Der schwedische Import Casper Andreas sieht blendend aus, steht vor und hinter der Kamera und hat vor sechs Jahren seine eigene Filmproduktionsgesellschaft EMBREM ENTERTAINMENT, LLC gegründet. Er lebt als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent offen schwul in New York. Das Unnikath entlockt dem Multitalent alle Geheimnisse über den kürzlich auf DVD erschienenen Sommerhit THE BIG GAY MUSICAL.

Im Anschluss an die deutsche Übersetzung findet ihr das Interview in seiner englischen Originalfassung – ebenfalls völlig ungekürzt.

Foto: © cmv-Laservision


THE BIG GAY MUSICAL war dein erster Musicalfilm. Hat man beim Dreh genau so viel Spaß wie beim Anschauen?

Die Dreharbeiten haben viel Spaß gemacht. Ich habe zum ersten Mal mit Schauspielern gearbeitet, von denen erwartet wurde, dass sie spielen, singen und tanzen können und da ich nicht vom Musiktheater komme, bewunderte ich ständig ihr Talent. Der Großteil unserer Schauspieler kam vom Broadway und war fantastisch. Natürlich hatten sie Tanz-Proben mit unserem Choreographen vor dem Dreh, doch manchmal mussten wir dann aus Platzgründen etc alles ändern; ich konnte einfach nicht glauben, wie sie eine neue Tanznummer in Minutenschnelle erlernten. Über die sehr talentierte Besetzung hinaus war jeder von dem Projekt begeistert und arbeitete wirklich hart, um alles in nur 17 Tagen in den Kasten zu bekommen.

Casper Andreas

Erzähl uns, wie du Fred M. Caruso kennengelernt hast. Wie kam eure Zusammenarbeit zustande?

Fred kenne ich seit Jahren. Eigentlich begegneten wir uns 1996 während der Arbeit an dem Film LAST DAY OF DISCO. Fred half mir bei der Beschaffung einiger Locations und während der Dreharbeiten meines zweiten Films A FOUR LETTER WORD im Jahr 2006. Da ich ihm nicht viel bezahlen konnte, kam es letztendlich so, dass ich ihn zum Ko-Produzenten ernannte. Bei meinem dritten Film, BETWEEN LOVE & GOODBYE (2007) war er dann mein Regie-Assistent. Im Sommer 2008 sah ich mir eine szenische Lesung von THE BIG GAY MUSICAL an und war total begeistert davon. Ich bat Fred, mich für die Regie in Betracht zu ziehen. Aufgrund meiner fehlenden Erfahrung im Musiktheaterbereich zögerte er, dann einigten wir uns darauf, den Film gemeinsam zu inszenieren. Er war für Songs und Tanznummern zuständig und ich übernahm die dem wirklichen Leben nachempfundenen Sequenzen.

- Wenn du nur drei Wörter hättest, um THE BIG GAY MUSICAL zu beschreiben, würdest du sagen…

BIG, GAY, and FUN

Foto: © Embrem Entertainment

Hast du dich von anderen (schwulen) Musicalfilmen inspirieren lassen?

Einer meiner Lieblings-Musicalfilme ist CHICAGO [von Rob Marshall aus dem Jahr 2002]. Ich finde ihn wesentlich besser als die Bühnenshow. So clever!
Vor dem Dreh habe ich mir viele Musicalfilme angesehen, um Ideen zu sammeln, wie man beim Dreh vorgehen könnte. In den meisten Musicals gehen Unterhaltungen in Gesang über. In unserem Film aber werden alle Musicaleinlagen auf der Bühne dargeboten – im Rahmen der Musicalproduktion innerhalb des Films oder in einer Pianobar, in der einer der beiden Figuren arbeitet. Nachdem ich mir andere Musicalfilme angesehen hatte, wurde mir klar, dass wir uns Freiheiten herausnehmen konnten, wie z.B. dass die Schauspieler auf der Bühne direkt in die Kamera schauen, als würden sie sich an das Publikum im Theater wenden. Meiner Meinung nach hat das richtig gut funktioniert.

Foto: © Embrem Entertainment

Humor nimmt in dem Film einen Stellenwert ein, aber er berührt auch einige aktuelle Themenkomplexe wie HIV/AIDS, Coming-out, Sex ohne Liebe und religiöse Fanatiker wie Jerry Falwell (in der Szene, wo Paul und Sebastian sich vor einer Thomas Road Baptist Church küssen)…

Die Kirche, vor der sie sich küssen, beherbergte sogar den legendären Limelight Nachtclub. Ich dachte, das sei eine nette Geste.

Das Skript nahm immer Bezug auf das Thema HIV und Fred erzählte mir, dass verschiedene Leute gesagt hatten, das gehöre nicht in einen Big Gay Musicalfilm. Wir beide aber waren der Ansicht, dass es das sehr wohl tat. Viele junge schwule Typen heutzutage machen genau das durch, was Eddie im Film durchlebt. Wir wollten dem Film eine Botschaft zu dem Thema Safer Sex mitgeben, ohne dabei zu moralisieren. Bestandteil der Hauptaussage ist, sich selbst zu lieben.

Das Casting für den Film war auch interessant. Wo hast du so viele talentierte und gutaussehende Typen gefunden?

Wie schon erwähnt, tritt der Großteil von ihnen am Broadway auf. Wir haben uns viele Künstler angeschaut. Mir war es sehr wichtig, dass sie gut schauspielern konnten. Fred befasste sich mehr mit ihrer Begabung fürs Singen und Tanzen. In Anbetracht, was der Film über dieses Thema zu sagen hat, wollte Fred, dass die Hauptrollen von offen schwul lebenden Künstlern gespielt werden. Ich denke letzten Endes hatten wir Glück, diese fantastische Besetzung gefunden zu haben, somit erfüllten wir all jene Kriterien.

Casper und Joey auf der Premiere in NYC


Was ist mit Joey Dudding und Daniel Robinson? Erzähl mir ein bisschen über die beiden Hauptdarsteller.

Joey hat ursprünglich für Daniels Rolle vorgesprochen, aber wir luden ihn noch mal ein und baten ihn, für die andere Rolle vorzusprechen. Joey ist wirklich süß. Die Arbeit mit ihm hat viel Spaß gemacht und manchmal hängen wir immer noch zusammen ab. Mit Daniel konnte man ebenfalls toll arbeiten. Es war der erste Film für beide. Bereitwillig ließen sie sich führen und arbeiteten sehr hart. Zudem trat Daniel während unserer dreiwöchigen Dreharbeiten sechs Mal die Woche in “Hairspray” am Broadway auf, deshalb war er am Ende ganz schön fertig!

Inwiefern verändern sich die Dreharbeiten, wenn man jemanden wie Steve Hayes in der Crew hat (der in dem Musical „Adam and Eve, Just The Way God Made ‘Em“ Gott spielt?

Steve ist total witzig. So lustig und so perfekt wie Gott! Steve Hayes ist herausragend. Nicht nur in unserem Film, sondern auch im Alltag, ständig. Seine Anwesenheit am Set hatte positive Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft eines jeden. Nach den Dreharbeiten habe ich Steve ein paar Mal anlässlich der Vorführungen und Promotion des Films gesehen; er ist immer voll da. Bestimmt hat er auch Phasen, wo er das nicht ist, aber das kann ich nur vermuten.

Foto: © Embrem Entertainment

Ich nehme mal an, dass du bereits ein Drehbuch für deinen nächsten Spielfilm hast…

Ich habe momentan einige Projekte am Laufen. Momentan bin ich mit meiner neuen Komödie VIOLET TENDENICES auf diversen Filmfestivals vertreten. Die Hauptrolle spielt Mindy Cohn, die Natalie in der TV-Sendung FACTS OF LIFE. Mindy ist Violet, eine selbsternannte Fag Hag, die entschlossen ist, ihre schwulen Freunde stehenzulassen, um für sich einen Mann zu finden. Der Film läuft im November in den USA an. Außerdem ist die Dramödie GOING DOWN IN LALA LAND gerade in der Nachbearbeitung. Sie handelt davon, was ein junger schwuler Schauspieler tun kann und tun wird, um sich in Hollywood zu halten…

Ich freu’ mich schon auf deine nächsten Filme. Vielen Dank für das Interview!

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THE BIG GAY MUSICAL was the first musical film you directed. Is it as fun to make as it is to watch?

It was a lot of fun shooting the film. It was my first time working with actors who was expected to both act, sing and dance, and since I don’t have any musical theater background I was constantly in awe of their talent. Most of our actors were Broadway talent and they were fantastic. They of course had dance rehearsals with our choreographer prior to the shoot but then sometimes we had to change everything around on the spot due to the limitations of the space etc and I just couldn’t believe how they could learn a new routine in a matter of minutes. In addition to a very talented cast everyone was excited about the project and worked really hard to get it all in the can in just seventeen days.

Tell us about how you met Fred M. Caruso. How did your collaboration come about?

I’ve known Fred for years. In fact we originally met both doing extra work on the film LAST DAY OF DISCO in like 1996. Fred helped me out with securing some locations etc and during shooting of my second film A FOUR LETTER WORD in 2006. Since I couldn’t pay him much I ended up giving him co-producing credit. Then he was my director’s assistant on my third film BETWEEN LOVE & GOODBYE in 2007. In the summer of 2008 I went to see a staged reading of THE BIG GAY MUSICAL and got really excited about it. I asked Fred to consider me for directing. He was hesitant due to my lack of musical theater background but we agreed to co-direct the film with him being in charge of the song and dance numbers and me being in charge of the real life stuff. Later on I also came on board as producer on the project to help getting it all finished.

If you only had three words to describe THE BIG GAY MUSICAL, you’d say…

BIG, GAY, and FUN

Casper Andreas

Have you been inspired by any other (gay) musical film(s)?

One of my favorite movie musicals is CHICAGO. I think it’s much better than the stage show. So clever!

Prior to the shoot I watched a lot of musical movies to get ideas for how things could be done. Most musical have characters who start singing in the middle of a conversation, but in our film the musical numbers are all done on stage in the production of the musical within the film, or in a piano bar where one of the characters work. From watching other musical movies I realized that we could take liberties like letting the actors on stage address the camera directly as if it was the audience in the theater. I think that worked out really well.

The movie has a degree of humor in it but it touches on some topical subject matter including HIV/AIDS, coming out, sex without love and religious fanatics like Jerry Falwell (in the scene where Paul and Sebastian are kissing in front of a Thomas Road Baptist Church)…

The Church they are kissing in front of is actually were the legendary Limelight nightclub was housed. I thought that was a nice touch! The script always had the HIV references in it and Fred told me that several people had told him that it didn’t belong in a big gay musical movie. But we both felt really strongly that it did belong. A lot of young gay guys these days go through the things Eddie goes through in the film. Without being preachy we really wanted the film to have a safe-sex message as part of the main message which is loving yourself.

Foto: © cmv-Laservision


It also has some interesting casting. Where did you find so many talented and good looking guys?

Again most of them are Broadway singers and dancers. We auditioned a lot of performers. For me it was very important that they could act. Fred was more concerned with their ability to sing and dance. Also Fred really wanted the leading roles to be played by openly gay actors because of what the film has to say about that subject. In the end I think we were very lucky to find the fantastic cast that we did filling all those criteria.

Daniel Robinson, Casper Andreas, Jim Newman

What about Joey Dudding and Daniel Robinson? Tell me a little about the two leads.

I think Joey originally read for Daniel’s role but we asked him to come back and read for the other lead. Joey is really sweet. He was so nice to work with and we still hang out sometimes. Daniel was also great to work with. This was the first film for both of them and they very both really willing to take direction and work really hard. In addition Daniel was performing six shows a week in Hairspray on Broadway during our three weeks of shooting so he was quite exhausted at the end of it!

How does it change the dynamic of the shooting when you have someone like Steve Hayes in the mix (who plays God in the stage musical „Adam and Eve, Just The Way God Made ‘Em“). Does that change any of the vibe?

Steve is hysterical. So funny, and so perfect as God! Steve Hayes is larger than life. Not just in our film but in life. All the time. Any day Steve was on set the energy from everyone went up. I’ve seen Steve a few times since the shoot at screenings or at promotions for the film and he is always on. There must be times when he is not, but that is only my guess. I wouldn’t know.

Casper, Steve Hayes

Well, I presume that you already have a feature script that you’ll be working on next…

I have a few projects in the works actually… Right now I’m going to film festivals with my new comedy VIOLET TENDENICES starring Mindy Cohn, who played Natalie in the TV show FACTS OF LIFE. Mindy plays Violet – a self-proclaimed faghag determined to ditch her gay friends to find a man on her own. We are opening in theaters in the US in November. I’m also in post-production of a dramedy titled GOING DOWN IN LALA LAND about what a young gay actor can and will do to survive in Hollywood…

I’m really looking forward to your upcoming movies. Thank you very much!

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